Fühlst du das Leben? (Teil 1/2)

„Wer mehr Glück als Verstand haben will, darf seinen Verstand seinem Glück nicht in den Weg stellen.“ (Hans Kruppa)

Fast jeder Mensch ist tief gespalten in seiner Persönlichkeit. Ein Teil wird vom rationalen Verstand gesteuert, während der andere Teil intuitiv vorgeht. Die meisten Menschen von heute identifizieren sich mit dem Verstand und verleugnen ihre innere Stimme. Sie denken z.B. viel über die Liebe nach, aber solange man über Liebe nachdenkt, kann man nicht wirklich lieben.

Der Verstand ist ein unglaublich nützliches Werkzeug, aber nur für bestimmte Aufgaben. In vielen Lebensbereichen ist er eingeschränkt und unnütz. Würde man den Verstand z.B. fragen, was Liebe ist, so wäre seine Antwort: „Ein Wort, bestehend aus 3 Vokalen und 2 Konsonanten.“ Er kennt die Ebene seiner Logik und ist nicht imstande, über sie hinauszugehen. Wann immer ein intuitiver Impuls uns den Weg weist, taucht sofort die Stimme des Verstandes auf und verfälscht die Information. Man könnte auch sagen, dass wir uns vor lauter Logik selbst vergessen.

Der Verstand hat die Neigung, immer wieder mit der Wirklichkeit zusammen zu prallen, denn er drückt allem Erlebten immer seinen eigenen Stempel auf, er färbt alles so ein, wie es seiner sachlichen Logik entspricht. Er lässt selten zu, dass wir wirklich etwas so sehen, wie es tatsächlich ist, stattdessen verzerrt und verändert er alles durch seine analytischen Brillengläser.

 „Wenn jemand meinen Lehren lauscht, ohne den Verstand zu gebrauchen, wird er erleuchtet. Wenn er meinen Lehren mit dem Verstand lauscht, dann findet er seine eigenen Erklärungen, die nichts mit mir zu tun haben (…).“ (Lao-tse)